Lyrik

Das Floß

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Gehalten im Treiben des Flusses
Geblieben im Bleiben des Musses

Verzweiflung durch Weite im Blick
Gebunden vom Knoten der Strick

Getragen im Wasser vom Floß
Am Ufer die Auen aus Moos

Stehen im Schnellen der Bewegung
Umbruch die einzige Bestrebung

Schreien ein bittendes Flehen
Kann mich denn niemand verstehen?

Die wache Natur im Zufall erwacht
Ein Sturm, eine allzu chaotische Macht

Ein Aufburch im Aufbruch des Bunds
Ein Reißen im Reißen des Flusses

Eine Richtung im Strömen des Stroms
Ein Ende des monoton gleichen Tons

Die Lähmung des Alltags erbebt
Die Kette am Knöchel zerschlägt

Und Dort am Ufer nicht weit
Mein Ich sich im Glanze jetzt zeigt

Weiter voran im reißenden Frei
Voran und voran

Im nahen Erkennen verkennt sich die Sicht
Das da das bin ich doch nicht

Vom eigenen Urteil belogen
Hoffnung auf Zukunft verflogen

Ein Sprung vom auftreibenden Floss
Im Herabtreiben leuchtet das Moos

Im Untergehen der Untergang all meines Bestrebens
Doch mein Körper ersinnt sich seines Lebens
Röchelt greift er mit letzter Kraft
Nach einem dort oben treibenden Ast

Und schon geht mein Weg im Flusse voran
Eine Sicht die ich nun neu ertragen kann

Von Natur in Schönheit umgeben
Ein Warten auf das nächste Erbeben

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